22.08.2025 – Der Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE hat erstmals einen Klimatransitionsplan veröffentlicht.
EWE will bis 2035 klimaneutral in den Bereichen Scope 1 und 2 sein. (Bild: Jevjenijs/www.stockadobe.com)
Der Klimatransitionsplan beinhaltet die Unternehmensstrategie der EWE, wie das Unternehmen bis 2035 klimaneutral bei den eigenen Emissionen (Scope 1 und 2) werden will. Bereits 2020 hat EWE das Ziel der Klimaneutralität bis 20235 formuliert – eine zentrale Rolle spielt hierbei der Energiesektor. Es gehe nach Unternehmensangaben vor allem um die Erzeugung, Speicherung, Nutzung und Verteilung der Energie. Das Dokument werde jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Der Wirtschaftsprüfer hat den Plan als Teil der nichtfinanziellen Berichterstattung beglaubigt, das Dokument erfülle die Anforderungen der EU-weiten Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
Fortschritte bei Scope 1 und 2
EWE hat nach eigenen Angaben seine direkten Emissionen (Scope 1) seit 2018 um mehr als 64 Prozent gesenkt. Maßgeblichen Einfluss hatte dabei der 2024 vollendete frühzeitige Kohleausstieg des Unternehmens. Bei den indirekten Emissionen (Scope 2) aus zugekaufter Energie halbierten sich in diesem Zeitraum. Bei den eingekauften Gütern und Dienstleistungen sowie den verkauften Produkten (Scope 3) bleibt laut EWE eine Herausforderung. Seit 2018 gingen die Scope 3 Emissionen um 3,9 Prozent zurück.
Klares Bekenntnis zur Unternehmensstrategie
Bis 2035 sieht EWE Investitionspotenziale von mehr als 16 Milliarden Euro – unter anderem in Energienetze, Wasserstoffinfrastruktur, Ladepunkte, klimafreundliche Wärmeversorgung und Glasfaserausbau. Dr. Friedrich Janssen, Leiter Konzernentwicklung bei EWE, betont: „Klar ist: Die EU und Deutschland haben sich erneut zu ihren jeweiligen Klimazielen bekannt. Das bestärkt uns, unseren ambitionierten Weg weiterzugehen. Gleichzeitig ist es entscheidend, flexibel auf neue Rahmenbedingungen reagieren zu können, die sich aufgrund globaler Herausforderungen jederzeit ergeben können.“
Der Vorstandsvorsitzende Stefan Dohler sieht im Klimatransitionsplan ein klares Bekenntnis zur EWE-Unternehmensstrategie. Das Dokument bündele erstmals alle relevanten Aktivitäten und Ziele. Es soll vor allem zum Dialog und Ausdruck der unternehmerischen Verantwortung durch globale Herausforderungen wie Klimawandel und geopolitische Unsicherheit einladen. Ein Projektteam aus den Abteilungen Einkauf, Konzernentwicklung, Umweltmanagement und Controlling arbeitet daran, den Klimaschutz „konzernweit zu verankern“. Beispielsweise sollen im Einkauf künftig CO₂-Emissionen bei Beschaffungsentscheidungen berücksichtigt und perspektivisch auch auf Rechnungen ausgewiesen werden.
„Unsere Verantwortung endet nicht direkt vor unseren Türen. Wir nehmen auch unsere Lieferanten und Partner mit auf diesen Weg und ermöglichen es unseren Kundinnen und Kunden, ebenfalls diese Richtung einzuschlagen – denn nur gemeinsam kann die Transformation gelingen. Damit unser Beitrag volle Wirkung entfalten kann, brauchen wir mehr als nur gute Absichten. Wir brauchen verlässliche, partnerschaftliche politische Rahmenbedingungen“, betont Stefan Dohler. Der Vorstandsvorsitzende zählt auf Unterstützung der Bundesregierung, die beispielsweise mit Entlastungspaketen bereits ein gutes Signal gezeigt habe und auf Planungs- und Investitionssicherheit. (cst)
Der vollständige EWE-Klimatransitionsplan: https://www.ewe.com/-/media/ewecom/downloads/investor-relations/publikationen/ewe_klimatransitionsplan.pdf?sc_lang=de-de&hash=9FF9D9A5B58F4D422CE6B8A943B8901B
