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  3. Landstrom für Fähren im Hamburger Hafen

Landstrom für Fähren im Hamburger Hafen

16.04.2026 – Paul Vahle, Systemanbieter für mobile Industrieanwendungen, hat eine bewegliche Landstromlösung für die Fähren der HADAG im Hamburger Hafen entwickelt. 

Der HADAG-Fähranleger im Hamburger Hafen mit der neuen Landstrominfrastruktur zur emissionsfreien Energieversorgung während der Liegezeiten. (Bild: VAHLE)

Der HADAG-Fähranleger im Hamburger Hafen mit der neuen Landstrominfrastruktur zur emissionsfreien Energieversorgung während der Liegezeiten. (Bild: VAHLE)

Eine zentrale Herausforderung war die technische Umsetzung der Ladelösung. Die Liegeplätze der Fähren befinden sich auf schwimmenden Pontons, deren Position sich durch Gezeiten und Strömung ständig verändert. Dadurch variieren Anschlusshöhe als auch der Abstand zwischen Schiff und Infrastruktur. „Wir haben deshalb ein bewegliches Energieversorgungssystem entwickelt, das den Anschluss flexibel zur jeweiligen Fähre bringt und gleichzeitig eine sichere Stromübertragung gewährleistet“, sagt Olaf Biesterfeldt, Vertriebsmitarbeiter für Norddeutschland bei VAHLE.

Leistungsfähiges Drehstromsystem

Die Grundlage des Systems ist das sogenannte „Stinger-System, das die Stromschiene über Kopf führt und aus dem Arbeitsbereich verlagert. Nach Angaben von VAHLE werden auf diese Weise Stolperfallen, Kollisionen und unbeabsichtigter Stromkontakt vermieden. Für den maritimen Einsatz hat VAHLE die Technologie auf eine Versorgung mit Drehstrom optimiert. „Drehstromsysteme können deutlich höhere Leistungen übertragen als Einphasensysteme. Das ist ideal für die Anforderungen moderner Schiffe“, ergänzt Biesterfeldt.

VAHLE lieferte die bewegliche Infrastruktur für die Energie-, Steuer- und Datenübertragung. Der Projektpartner Actemium Cegelec Mitte übernahm die elektrotechnische Integration und die Anbindung an die landseitige Energieversorgung.

Verfahrbarer Wagen des Landstromsystems auf der Stromschienenkonstruktion, das den flexiblen Anschluss an die jeweilige Fähre ermöglicht. (Bild: VAHLE)

Verfahrbarer Wagen des Landstromsystems auf der Stromschienenkonstruktion, das den flexiblen Anschluss an die jeweilige Fähre ermöglicht. (Bild: VAHLE)

Das entwickelte System erstreckt sich über rund 30 Meter entlang des Pontons. Ein verfahrbarer Wagen bringt den Stromanschluss exakt zur Position der jeweiligen Fähre und gleicht Bewegungen zwischen Schiff und Anleger aus. Die Hauptstromschiene überträgt Leistungen von bis zu 860 Ampere bei 400 Volt. „Die Landstromlösung ersetzt künftig die Bordgeneratoren während der Hafenliegezeiten und senkt damit Emissionen und Lärm im Hafenbetrieb deutlich“, sagt Olaf Biesterfeldt, Vertriebsmitarbeiter für Norddeutschland bei VAHLE. Aktuell haben vier Liegeplätze im Hamburger Hafen die Landstromtechnik erhalten. Die HADAG plant ab 2027 den Einsatz vollelektrischer Fähren, die eine bedeutsame Rolle in der Dekarbonisierung des Hafenverkehrs spielen. Künftig sollen die Fähren der HADAG – aktuell umfasst die Flotte 27 Schiffe – während der Ladezeiten ohne laufende Dieselgeneratoren auskommen. (cst)

www.vahle.com

www.hadag.de

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