22.08.2025 – Der Halbleiterproduzent Infineon Austria hat an seinem Villacher Standort eine Elektrolyseanlage erhalten.

Die Elektrolyseanlage in Villach. Quelle: Infineon Austria
Die Elektrolyseanlage zerlegt in einer elektrochemischen Reaktion Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff – letzterer kann als effizienter Energieträger genutzt werden. Infineon Austria, österreichischer Hersteller von Halbleiterlösungen, hat seine 2 MW-Elektrolyseanlage vor kurzem in Betrieb genommen. Das Industriegas- und Engineeringunternehmen Linde hat die Anlage konstruiert und ist Betreiber des Systems. Der für die Elektrolyse verwendete Strom stammt in Villach ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen. Nach Angaben von Infineon ist die Wasserstoffversorgung rund um die Uhr gesichert.
Hochreiner Wasserstoff nötig
Die Halbleiterindustrie benötigt Wasserstoff mit einem Reinheitsgrad von 99,999999 Prozent, um Materialschichten kontrolliert zu bearbeiten und präzise Mikrochips herzustellen. Bisher verwendete Infineon Wasserstoff auf Erdgas-Basis, der per LKW von Deutschland nach Villach transportiert wurde. Nun sei die Vort-Ort-Produktion und Nutzung ohne CO2-Ausstoß möglich. Insgesamt erzeuge die Elektrolyseanlage jährlich etwa 290 Tonnen und decke damit den kompletten Produktionsbedarf in Villach ab.
„Die Sicherung unserer Wasserstoffversorgung hat für uns sowohl eine strategische als auch eine nachhaltige Wirkung. Mit der Elektrolyseanlage sichern wir unsere Wasserstoffversorgung für die Zukunft und minimieren Lieferabhängigkeiten“, sagt Thomas Reisinger, Vorstand für Operations Infineon Technologies Austria. „Und wir ersetzen den bisherigen Wasserstoff aus fossilen Quellen durch grün hergestellten Wasserstoff. Damit reduzieren wir CO2-Emissionen in der Lieferkette und leisten einen weiteren Beitrag aus Villach zum Infineon Konzern CO2-Neutralitätsziel.“

Robert Schmid, Projektleiter Linde, Thomas Reisinger, Vorstand für Operations Infineon Austria, Botond Tordai, Director Operations Linde, Stefan Walder, Projektleiter Infineon Austria. Quelle: Infineon Austria
„Mit dieser Elektrolyseanlage setzen wir einen Meilenstein für Industrieprozesse und zeigen, wie innovative Technologie und starke Partnerschaften die Dekarbonisierung vorantreiben können. Gemeinsam mit Infineon und unseren Forschungspartnern machen wir grünen Wasserstoff zu einem festen Bestandteil der Halbleiterproduktion und stärken so den Industriestandort Österreich für die Zukunft“, ergänzt Richard Hagenfeldt, Geschäftsführer Linde Electronics.
Lesen Sie auch:
Baustart für ENTEGAs Wasserstoff-Produktionsanlage in Darmstadt naht
Stromverbrauch im ersten Halbjahr 2025: Erneuerbare Energiequellen bei 54 Prozent
Leistungspotenzial für Agri-PV in Deutschland übertrifft deutsche Ausbauziele für Klimaschutz
Dänisches Logistikzentrum deckt Eigenbedarf mit großer PV-Anlage
Picnic erhält PV-Anlage für niederländisches Distributionszentrum




