09.07.2025 – Rolls-Royce und die Duisburger Hafen AG haben Anfang des Monats ein CO2-neutrales Energiesystem für das neue Duisburg Gateway Terminal eröffnet.
Beim Projekt Enerport II in Duisburg kommen verschiedene Energiesysteme der Rolls-Royce-Tochter mtu solutions zum Einsatz. Die Kernkomponente sind zwei Blockheizkraftwerke. Dafür hat Rolls-Royce 12-Zylinder-Gasmototen der Baureihe 4000 für einen künftigen Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff weiterentwickelt. Sie kommen nun in Duisburg weltweit erstmals zum Einsatz und haben jeweils 931 kW elektrische und 748 kw thermische Leistung.
Hinzu kommen ein Batteriespeicher (1,5 MW elektrische Leistung und 1,6 MWh Kapazität) sowie zwei Brennstoffzellensysteme (je 600 kW elektrische Leistung). Eine PV-Anlage mit 1,3 MWp Leistung und intelligentem Energiemanagement vervollständigt das Energiesystem für duisport.
Autarkes System deckt den hohen Energiebedarf
Die Duisburger Hafen AG beziffert den jährlichen Strombedarf für das neue Gateway Terminal auf circa 3500 MWh. Der Strom versorgt sechs (aktuell drei) Krananlagen, vier Landstromsäulen, PKW-Ladesäulen sowie Gebäude, Beleuchtung und Kleinverbraucher. Der Wärmebedarf liege bei 77 MWh im Jahr.

Die Anlagen von mtus-solutions im duisport. Quelle: mtu solutions
Einen Teil der Energie liefert die 1,3 MWp Photovoltaikanlage. Der mtu Energy Pack-Batteriespeicher speichert überschüssigen Strom und gibt ihn bei Bedarf ab, wenn die Sonne nicht scheint. Bei geringer oder keiner Stromproduktion durch Photovoltaik liefern die wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellensysteme und die Blockheizkraftwerke nach Angaben von mtu solutions CO2-frei Strom und Wärme. Ein intelligentes Energiemanagementsystem koppelt die verschiedenen Energieanlagen und -speicher zur Versorgung der Verbraucher auf dem Terminal.
Darüber hinaus ist die zukünftige Versorgung angrenzender Quartiere ein Gedanke. „Unser Microgrid läuft zuverlässig und zeigt, dass es möglich ist, so ein großes Hafenterminal völlig autark mit grüner Energie zu versorgen“, erklärt Alexander Garbar, Head of Corporate Development Duisport.
Markus Bangen, CEO der Duisburger Hafen AG, ergänzt: „Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und damit Verpflichtung, verantwortungsvoll und zukunftsgerichtet zu agieren. Mit diesem autarken und CO2-neutralen Energiesystem haben wir zudem einen klaren Wettbewerbsvorteil.“
„Die Eröffnung dieses CO2-neutralen Energiesystems im Duisburg Gateway Terminal ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren, resilienten Energieversorgung. Gemeinsam mit unserem Partner duisport zeigen wir, wie skalierbare Technologien von Rolls-Royce konkret zur Transformation kritischer Infrastrukturen beitragen können – und damit auch zur Umsetzung der Energiewende“, sagt Dr. Jörg Stratmann, CEO von Rolls-Royce Power Systems.
Ausbau der Wasserstoffmotorenleistung bis zu 2,5 MW geplant

Die aktuelle Leistung der Motoren soll von aktuell 1 MW auf bis zu 2,5 MW ansteigen. Quelle: mtu solutions
In Duisburg haben die Motoren wie bei vorherigen Tests sehr gute Eigenschaften in Bezug auf Leistung, Effizienz und Emissionen gezeigt. Die Motoren stellen nach Angaben von Rolls-Royce jeweils die gewünschte Leistung von einem Megawatt bereit. Doch dabei wird es nicht bleiben: Gemeinsam mit fünf Unternehmen und Forschungsstellen hat Rolls-Royce begonnen, die notwendigen Technologien für noch effizientere Wasserstoffverbrennungsmotoren zu entwickeln. Zukünftig sollen sie die gleiche elektrische Energie wie aktuell verfügbare Erdgas-Blockheizkraftwerke größeren Leistungsbereich (bis 2,5 MW) erzeugen.
Die Bundesregierung hat mit der Kraftwerksstrategie den Bau weiterer Gaskraftwerke veranlasst. Modulare Gaskraftwerke und kleine Gasmotorenanlagen können die wetterbedingt schwankende Einspeisung von Wind- und Solarstrom ins Netz ausgleichen und die Versorgungssicherheit gewährleisten. Rolls-Royce setzt beispielsweise in Großbritannien auf 500 mtu-Gasmotoren von Rolls-Royce. „Sobald eine ausreichende Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff sichergestellt ist, können mtu-Gasaggregate wie in Duisburg mit 100 Prozent Wasserstoff oder auch mit einer Wasserstoff-Beimischung zudem erheblich zur CO2-Reduzierung beitragen“, erklärt Michael Stipa, Senior Vice President Business Development und Product Management für den Bereich stationäre Energielösungen bei Rolls-Royce.
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